EDU Kanton Bern
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Listenverbindungen sind entscheidend

2015 wird die EDU 40Jahre alt. Wie hat sich ihr Wähleranteil in dieser Zeit entwickelt? Welches sind die Herausforderungen bei den Nationalratswahlen vom 18. Oktober?

Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 hat die EDU noch nie bei einer Wahl an Wähleranteil verloren. Allerdings stagniert sie seit 1995 bei einem Wähleranteil von1,3 Prozent. Da in dieser Zeit auch die Wahlbeteiligung vom absoluten Tiefstand von 42 Prozent wieder auf 49 Prozent stieg, konnte die EDU trotzdem bei jeder Wahl neue Wähler gewinnen.

Grosse Probleme der «Kleinen»

Leider gelang es oft nicht, diesen Wähleranteil in eine gerechte Anzahl Sitze umzuwandeln. Mit einem nationalen Wähleranteil von 1,3 Prozent erreichte die EDU einen, dann zwei, dann wieder einen und vor vier Jahren keinen Sitz.

Dies liegt daran, dass die Sitze in den einzelnen Kantonen vergeben werden. In 24 von 26 Kantonen beträgt die natürliche Hürde für einen Nationalratssitz mehr als 5 Prozent, in 19 Kantonen braucht es mehr als 10 Prozent für ein sicheres Mandat.

Oftmals können kleinere Parteien diese Hürden nur gemeinsam bewältigen und sind auf gegenseitige Hilfe, das heisst Listenverbindungen angewiesen. Aktuell finden wichtige Gespräche über Listenverbindungen statt. Das Ergebnis wird den Erfolg oder Misserfolg der EDU bei den kommenden Wahlen wohl mehr beeinflussen als alle Plakate, Wahlprospekte und Wahlanlässe zusammengezählt.

Ich wünsche allen christlichen Politikern viel Weisheit bei diesen Entscheidungen. Und ich hoffe, dass dadurch möglichst viele Christen den Einzug in den Nationalrat (wieder) schaffen.

Samuel Kullmann, Politischer Mitarbeiter EDU Schweiz

Exkurs: Sitzzuteilungsverfahren

Bei den Nationalratswahlen werden Sitze nicht nach kaufmännischer Standardrundung (z. B. Aufrundung von 1,5 auf 2) verteilt werden, sondern nach dem Sitzzuteilungsverfahren «Hagenbach-Bischoff». Im Kanton Bern braucht es 2015 3,85 % für einen sicheren Sitz. Bei gleich bleibendem Wähleranteil von 3,1 % hätte die EDU einen Sitzanspruch von 0,8 Sitzen. Diese Zahl wird zuerst einmal auf 0 abgerundet. Durch das Abrunden entstehen sogenannte «Restmandate», welche tendenziell an die grossen Parteien gehen. Für kleine Parteien ist eine Listenverbindung mit einer grossen Partei nur selten vorteilhaft, da derselbe Mechanismus am Wirken ist. Ein Beispiel: Innerhalb einer Listenverbindung können 10 Sitze verteilt werden. Die kleine Partei «A» hat einen Sitzanspruch von 0,9 Sitzen, die grosse Partei «B» einen Anspruch von 9,1 Sitzen. In diesem Fall würde die kleine Partei «A» leer ausgehen, während Partei «B» 10 Sitze bekäme. Aus diesem Grund ist es für die EDU wichtig, Listenverbindungspartner zu finden, die etwa gleich stark sind. (sk)

 

 

 

Darauf kommt es an

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