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Zustandekommen der Volksinitiative «Für demokratische Mitsprache – Lehrpläne vors Volk!»

8. September 2016 – Medienmitteilung der Staatskanzlei des Kantons Bern

 

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat festgestellt, dass die kantonale Volksinitiative «Für demokratische Mitsprache – Lehrpläne vors Volk!» zustande gekommen ist. Das Initiativkomitee hat bei der Staatskanzlei 18‘861 gültige Unterschriften eingereicht.

Berner Lehrplan-Initiativkomitee hat mehr als 15'000 Unterschriften

Die Neue Zürcher Zeitung berichtet am 19. August 2016

19'000 Unterschriften deponierte das Komitee «IG Starke Volksschule Kanton Bern» bei der Staatskanzlei – 4000 mehr als benötigt. Damit ist es praktisch gewiss, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auch im Kanton Bern über das Schicksal des Lehrplans 21 entscheiden werden.

 

Wie in anderen Kantonen steht nicht der Lehrplan selbst zur Debatte. Verlangt wird, dass statt der Regierung das Kantonsparlament über wichtige Änderungen am Lehrplan entscheiden könne.

 

Argumente und vieles mehr

bei der IG Starke Volksschule Bern

 

In vielen Kantonen regt sich Widerstand!

Eine Bestandsaufnahme

Viele unheilvolle Auswirkungen der schon Jahre dauernden Reformen hinsichtlich des Lehrplans 21 (LP 21) machen sich unterdessen bemerkbar. Die massiven Eingriffe, Bevormundung und Gleichschaltung von Lehrern und Schulen passen schlecht zu einer freien Gesellschaft.


Lesen Sie den ausführlichen Beitrag von Lisa Leisi ab Seite 6 in unserer Standpunkt- Ausgabe Nr. 6 | 2016 (PDF)

Eigene Stellungnahme aus dem Standpunkt EDU Kanton Bern, Februar 2016

 

Im Fokus steht der LP21 (Lehrplan 21).Dessen Neuerungen werden begrüsst, zugleich wird viel Kritik geäussert. Das unten stehende Interview mit EDU Grossrat Stefan Oester gibt Einblick in die aktuelle Diskussion um den neuen Lehrplanund die Anliegen der Initiative.

Stefan, der Text auf dem Unterschriftenbogen fordert mehrere Änderungen des Volksschulgesetzes von1992. In den neu vorgesehenen Absätzen 4 und 5 zu Artikel 12 des Gesetzes wird die Zuständigkeit für Erlass und Einführung von Lehrplan und Lehrplanteilen nicht allein dem Regierungsrat sondern zusätzlichauch dem Grossen Rat übertragen. Was steht hinter den Begriffen «Erlass» und «Einführung»? Will derGrosse Rat auf den Inhalt des Lehrplans Einfluss nehmen? Oder will er einfach über dessen Gültigkeit befinden?

 

Der «Erlass» ist der Oberbegriff für eine publizierte, allgemein verbindliche Rechtsnorm, in unserem Fall derLehrplan 21, der eingeführt werden soll. Nun gibt es bei den Gegnern des LP21 ganz unterschiedlicheGründe für Kritik. Von Links bis Rechts gibt es Widerstand gegen diese abgehobene Bildungsbürokratie. DerLehrplan ist, salopp gesagt, ein Monsterwerk der gröberen Sorte. Das kompetenzorientierte Lernen, verschiedene Inhalte des Lehrplanes und die hohen Kosten sind die wesentlichen Faktoren, welche zur Bildungeiner Allianz gegen den LP21 geführt haben. Die Gültigkeit an sich wird nicht bestritten, sondern vielmehrder Inhalt.

 

Der Einführungsprozess ist in vollem Gang, ab 1. August 2018 soll der LP21 (Lehrplan 21) in Kindergartenund für das 1. bis 7. Schuljahr in Kraft treten. Das 8. und 9. Schuljahr folgen jeweils ein Jahr versetzt. Angenommen, die Initiative erhält genügend Unterschriften und wird danach in einer Volksabstimmung angenommen, so wird der LP21 zu diesem Zeitpunkt bereits in Kraft sein. Die Initiative soll deshalb rückwirkend,per 1. Januar 2017 gelten. Das bedeutet, der Grosse Rat könnte nachträglich über den LP21 und dessenGültigkeit befinden. Was wäre aus deiner Sicht ein mögliches Szenario, das sich aus der Anwendung derneuen Kompetenz des Grossen Rates ergeben könnte?

 

Bei einem Ja des Stimmvolkes zur Initiative könnte der Grosse Rat über den Inhalt des LP21 beraten unddiesen genehmigen oder auch nicht. Die Einführung käme erst, wenn der Grosse Rat mit dem Inhalt zufrieden wäre. Zusätzlich bekäme das Stimmvolk die Möglichkeit gegen den Beschluss des Grossen Rats dasReferendum zu ergreifen. Für den LP 21 könnte das bedeuten, dass er kurz nach der Einführung bereitswieder angepasst werden müsste. Mit allen einzuhaltenden Fristen könnte sich die Einführung eines definitiven Lehrplanes noch lange hinauszögern.

 

Verfolgt die Initiative das Kernanliegen, den LP21 letztlich zu verhindern?

 

Bei den Gegnern geht es einerseits um die Kritik am Inhalt und anderseits an den kompetenzorientiertenLernformen. Würde der LP21 nicht eingeführt würde, wären beide mit der Kritik verbundenen Anliegen erfüllt. Daher gibt es diesen breiten Widerstand.

 

Auf dem Unterschriftbogen steht: «Die Einführung des Lehrplan 21 verursacht im Kanton Bern jährlich wiederkehrende Kosten von über 30 Millionen Steuerfranken ohne pädagogischen Mehrwert.» Versickert hierGeld in Administration und Bürokratie?

 

Diese Vermutung teile ich. Genau dieser Aspekt steht in der Kritik und ist sehr stossend. Dazu kommt zusätzlich die ganze «Lehrmittel-Industrie», welche sich mit neuen Angeboten und Produkten ein fettes Stückvon diesem Kuchen abschneiden möchte.

 

Welche Gründe sprechen deiner Meinung nach dafür, die Initiative zu unterstützen?

 

In diesem fortgeschrittenen Prozess wird es nicht einfach sein, das Ruder noch zu wenden. Aber als Zeichen des Unmuts werden wir ganz sicher wahrgenommen und unsere Anliegen werden eventuell noch aufgenommen. Sollten wir für eine Änderung des LP21 zu spät sein, wären wenigstens zukünftige neue Lehrpläne von der neuen Regelung betroffen. So oder so zählen wir auf jede Stimme.

 

Fragen: Thomas Kuhn, Redaktor

 

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Volksinitiative Kanton Bern:

«Für demokratische Mitsprache – Lehrpläne vors Volk!»

-> en français

 

Begründung

Der von der Deutschschweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) verabschiedete Lehrplan 21, welcher als Vorlage für den kantonalen Lehrplan gelten soll, geht weit über den erwarteten Rahmenlehrplan hinaus. Statt die Lehrpläne der Kantone im Sinne einer Harmonisierung zusammenzufassen, wurde ohne demokratische Legitimation ein neuer Lehrplan mit neuen Inhalten, Lehrmitteln und einem neuen Lern- und Unterrichtsverständnis geschaffen. 

 

Diese umstrittene Reform überfordert insbesondere schulisch schwächere Kinder, womit die Chancengerechtigkeit in unserer Volksschule gefährdet ist. 

 

Das Stimmvolk hat 2006 einer Harmonisierung des Schulwesens im Bereich des Schuleintrittsalters und der Schulpflicht, der Dauer und Ziele der Bildungsstufen und von deren Übergängen sowie der Anerkennung von Abschlüssen (Bildungsartikel, §62 Abs.4 der Bundesverfassung) zugestimmt.

 

Am Volk vorbei soll nun eine gesamtschweizerische Schulreform mit weitreichenden Konsequenzen eingeführt werden.

 

Die Einführung des Lehrplan 21 verursacht im Kanton Bern jährlich wiederkehrende Kosten von über 30 Millionen Steuerfranken ohne pädagogischen Mehrwert.

 

Deshalb darf nicht der Erziehungsdirektor alleine, sondern der Grosse Rat und die Bürgerinnen und Bürger müssen in letzter Instanz über den kantonalen Lehrplan beschliessen.

Diese Volksinitiative garantiert sowohl die demokratische Mitsprache des Grossen Rates sowie diejenige der Berner Bevölkerung in wichtigen Fragen zur Aufgabe der Schule.

 

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Wortlaut der Initiative

Das Volksschulgesetz des Kantons Bern vom 19. März 1992 (VSG; BSG 432.210) wird wie folgt geändert:

Art. 12

Abs. 1 (neu) Der Regierungsrat umschreibt in den Lehrplänen für die deutschsprachigen Volksschulen die Fächer sowie die Ziele und Inhalte für den Unterricht im Rahmen der Bestimmungen der Artikel 9 bis 11.

 

Abs. 4 (neu) Der Erlass und die Einführung von Lehrplänen und Lehrplanteilen fallen in die Zuständigkeit des Regierungsrates und des Grossen Rates. Sie bedürfen zu ihrer Anwendbarkeit der Genehmigung durch den Grossen Rat. Der Grossratsbeschluss unterliegt dem fakultativen Referendum. Lehrplan- bzw. Lehrplanteiländerungen von untergeordneter Bedeutung führt der Regierungsrat in eigener Kompetenz ein.

 

Abs. 5 (neu) Interkantonale Vereinbarungen betreffend Lehrpläne und Lehrplanteile bedürfen der Genehmigung durch den Grossen Rat; ausgenommen sind kurzfristig kündbare Vereinbarungen von untergeordneter Bedeutung. Der grossrätliche Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum.

Art. 12a

Abs. 3 (neu) Der Erlass und die Einführung von Lehrplanteilen fallen in die Zuständigkeit des Regierungsrates und des Grossen Rates. Sie bedürfen zu ihrer Anwendbarkeit der Genehmigung durch den Grossen Rat. Der Grossratsbeschluss unterliegt dem fakultativen Referendum. Lehrplanteiländerungen von untergeordneter Bedeutung führt der Regierungsrat in eigener Kompetenz ein.

 

Abs. 4 (neu) Interkantonale Vereinbarungen betreffend Lehrpläne und Lehrplanteile bedürfen der Genehmigung durch den Grossen Rat; ausgenommen sind kurzfristig kündbare Vereinbarungen von untergeordneter Bedeutung. Der grossrätliche Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum.

Art. 74

Abs. 2 (neu) Er kann seine Befugnisse gemäss Artikel 17 Absatz 3, Artikel 25 Absatz 3, Artikel 26 Absätze 3 und 4, Artikel 27 Absatz 6, Artikel 46 Absatz 4, Artikel 46a Absatz 3, Artikel 47 Absätze 3 und 4, Artikel 49a Absatz 6, Artikel 49f Absatz 1, Artikel 54 Absatz 2 sowie Artikel 61 Absatz 7 ganz oder teilweise der Erziehungsdirektion übertragen.

Inkrafttreten:

Die Artikel 12, 12a und 74 Absatz 2 des Volksschulgesetzes vom 19. März 1992 (VSG; BSG 432.210) treten sofort mit Annahme durch das Volk in Kraft.

Übergangsbestimmung zur Änderung von Artikel 12 des Volksschulgesetzes vom 19. März 1992 (VSG; BSG 432.210), Lehrpläne für die deutschsprachigen Volksschulen:

Vor Inkrafttreten der Änderungen in Art. 12 VSG erlassene Lehrpläne und Lehrplanteile, die auf einen Zeitpunkt nach dem 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt werden und die nicht von untergeordneter Bedeutung sind, bedürfen der nachträglichen Genehmigung durch den Grossen Rat. Die entsprechenden Grossratsbeschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum.

Volksinitiative Kanton Bern: «Für demokratische Mitsprache – Lehrpläne vors Volk!»

Unterschriftenbögen können auch bei der EDU Kanton Bern bestellt, ausgefüllte Bögen können zurückgesandt werden:

 

Sekretariat EDU Kanton Bern

Belpbergstrasse 15

3123 Belp

Konkrete Umsetzung des neuen Lehrplans im Kanton Bern wird aktuell

Umsetzung durch die Bildungsstrategie der Erziehungsdirektion BE

Dazu hat die EDU dieGelegenheit benutzt, Stellung zu nehmen im Rahmen einer Konsultation -> Vernehmlassungen

Eine Auslegeordnung in verschiedenen Zeitungsartikeln

Vorstösse im Grossen Rat

Genderfragen

Gender und Gleischstellung ist nicht dasselbe

In der Märzsession 2016 hat sich die EDU- Fraktion erfolgreich für den Verzicht auf "verbindliche Standards zur Verankerung der Genderperspektive" in der Bildungsstrategie 2016 eingesetzt.

 

Unser Newsbericht vom 19.03.2016

Jetzt ist die aktuelle Ausgangssituation im Kanton Bern bekannt

... nach der Behandlung von zwei Motionen in der Novembersession 2014 des Grossen Rates.

 

 

Die Motionärin Sabina Geissbühler, SVP, hat von ihrer Motion

Der Lehrplan 21 ist ein bürokratisches, nicht praxistaugliches Monsterwerk“

die Punkte 1,2,4,7-10 zurückgezogen. Blieben noch die Punkte 3,5,6, die auc als Postulat abgelehnt wurden.

Die EDU hat die drei verbleibenden Punkte unterstützt, war damit jedoch in der Minderheit.

Die Forderungen dieser 3 Punkte lauten:

Der Regierungsrat wird aufgefordert, Neuverhandlungen betreffend eine Teilreform von Harmos aufzunehmen und zu veranlassen, dass

Ziffer 3: der Lehrplan 21 als praxisbezogenes Instrument der Koordination der Bildung dient und wenige konkrete, überprüfbare Jahresziele aufweist

Ziffer 5: sich die Kompetenzorientierung wie bis anhin auf die Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz beschränkt

Ziffer 6: die Produktion von neuen Lehrmitteln vorläufig gestoppt wird

 

Die Motionärin hat mit dem Rückzug der Hauptpunkte dem Anliegen den Wind aus den Segeln nehmen müssen. Diese Hauptpunkte zielten nämlich auf die totale Hinterfragung des Lehrplanentwurfes. Bei den drei Punkten, die noch zur Abstimmung kamen, stand die SVP- Fraktion nicht hundertprozentig hinter „ihrer“ Motionärin Sabina Geissbühler.

 

Bei der Motion von EVP- Seite (Steiner- Brütsch Daniel und Löffel- Wenger Ruedi)

Lehrplan 21: Der grosse Rat muss entscheiden können“

wurden Ziffer 1 und 2 abgelehnt, Ziffer 3 angenommen und abgeschrieben. Auch hier war die EDU- Fraktion Befürworterin aller 3 Punkte und in der Minderheit.

 

Diese Motion forderte

Der Regierungsrat wird beauftragt,

1. die Einführung des Lehrplans 21 (inkl. die kantonalen Ergänzungen),

2. den Zeitpunkt der Einführung des Lehrplans 21,

3. die Kosten zur Einführung des Lehrplans 21 dem Grossen Rat zum Entscheid vorzulegen und dazu nötigenfalls die gesetzlichen Grundlagen anzupassen.

 

Unser Grossrat Stefan Oester sagte in seinem Votum (aus dem Wortlautprotokoll): Ein Monsterwerk, das mit viel Aufwand erarbeitet wurde, dessen Umsetzung aber eher schwierig wird. Die EDU hat gewisse Vorbehalte, aber – und damit komme ich zur Zusammenfassung meines Votums – inhaltlich gibt es nichts mehr zu ändern. Weil es aber eine derart grosse Kiste ist, möchten wir etwas dazu sagen. Deshalb unterstützen wir die Motion Steiner-Brütsch. Die Wirkungsziele wären interessant. Aber auch die Kosten sollten bekannt sein. Die EDU teilt die Meinung des Motionärs Steiner-Brütsch und möchte die Verantwortung in allen drei Punkten übernehmen. Solche wichtigen Entscheide sollten breit abgestützt sein.“

 

Bei der Fraktion unserer EDU- Grossräte ist der Eindruck aus der Debatte entstanden, dass Regierungsrat Bernhard Pulver die Vorarbeiten und die Einführung des Lehrplans mit viel Fingerspitzengefühl an die Hand nehmen will, oder aus Der Bund vom 28.11.2014 zitiert: „Der Lehrplan soll mit viel Sorgfalt eingeführt werden.“

 

Wir verstehen dies nicht als Befürwortung des Lehrplanes ohne Vorbehalt, sondern wir denken, Herr Pulver hat erkannt, woher der Wind weht und ist intelligent genug, die Befürchtungen der Gegner ernst zu nehmen. Von daher hat die frühzeitige Hinterfragung der für uns wichtigen Punkte durchaus Früchte getragen.

 

Unter diesen Umständen verzichten wir als Fraktion für den Moment auf das Ergreifen einer Initiative, werden aber den ganzen Prozess aufmerksam weiter begleiten. Wir sollten uns nicht dem Gedanken verschliessen, dass sich letztlich für den Kanton Bern eine akzeptable Situation ergibt.  

Der Grossrat wird also nur über die Finanzierung mitbestimmen können.

 

 

Wie weiter? - Situationsanalyse der EDU Kanton Bern

Es trifft zu, dass in verschiedenen Kantonen Initiativen gegen den Lehrplan lanciert bzw. bereits am Laufen sind. Darin beteiligt sich die EDU- Sektion aus den betreffenden Kantonen, aber nicht als alleinige Partei.

 

Ausserdem: Im Kanton Bern war 2009 eine Referendumsabstimmung über HarmoS. Der Anschluss des Kantons Bern an die Schulharmonisierung wurde mit 51.5% Ja- Anteil von den Stimmberechtigten des Kantons Bern angenommen. In städtischen Gebieten war der Ja- Stimmen- Anteil höher, in ländlichen Gebieten resultierte vielfach ein Nein- Überschuss.

 

Wie in den anderen Kantonen würden wir auch als EDU Kanton Bern nicht den Alleingang zum Lancieren von Initiativen sehen. Es müsste eine überparteiliche Bewegung entstehen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Lehrer jetzt schon nach den Prinzipien des neuen Lehrplanes an der Pädagogischen Hochschule ausgebildet werden. Verschiedene Bestandteile werden sogar schon praktisch in der Schule angewendet.

 

Unseres Erachtens ist es im Moment die wichtigste Stossrichtung, die Eidgenössische Initiative „Ja zum Schutz vor Sexualisierung in der Primarschule“ zu unterstützen. Wenn auch nicht mehr explizit im Lehrplan 21 für die unteren Stufen enthalten, ist doch dauernd ein Druck von Seiten des Bundesamtes für Gesundheitswesen zu spüren (Weitere Informationen unter www.schutzinitiative.ch) . Der Bundesrat empfiehlt die Ablehnung dieser Initiative und sagt, die Kantone seien für dieses Anliegen zuständig (gemäss dem Pressecommuniqué der Staatskanzlei: https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=55442) . Da wird es also auf die Abstimmungskampagne ankommen. Die Eidgenössischen Parlamente müssen noch über die Initiative beraten.

 

 

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Der Lehrplan 21 wurde von der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK) überarbeitet. Er ist nun "freigegeben" worden.

Die Einführung des Lehrplans ist Sache der Kantone.

Wir empfehlen Ihnen die Internetseite elternfuereinegutevolksschule.ch, welche aktuelle Informationen enthält.

"Ein ungutes Gefühl bleibt"

25.11.2014 / Dies der Titel in IdeaSpektrum und livenet.ch zur aktuellen Situation:

Obwohl sich die Verfasser des Lehrplan 21 nach eigenen Worten bemüht haben, kritische Formulierungen abzuschwächen, sind die Kritiker aus den evangelischen Reihen nur bedingt zufrieden.

Biblische Geschichten und Kenntnisse der christliche Tradition haben zwar im revidierten Lehrplan Eingang gefunden, doch ebenso der religionskundliche Ansatz, dass Weltreligionen miteinander zu vergleichen seien. Dies überfordere aber vor allem jüngere Schüler.

Von der EDU wie auch von der Stiftung Zukunft CH wird in diesem Artikel berichtet, dass auch im neuen Lehrplan immer noch die starke ideologische Ausrichtung enthalten sei. Wenn es statt «Gender und Gleichstellung» neu «Geschlechter und Gleichstellung» heisse, ändere es nichts am Inhalt. Weiterhin würden die Unterschiede zwischen den Geschlechtern negiert und die «sexuelle Vielfalt» mit ihrer Gleichstellung verschiedenster sexueller Ausrichtungen propagiert. Die EDU sieht im Lehrplan zudem die Absicht einer «Dekonstruktion der traditionellen Familie».

Unter diesem Bericht gibt es auch Links zu weiteren Artikeln auf livenet.ch zu den Themen

  • Sexualkunde oder
  • "EDK lenkt ein: Weihnachten und Ostern wieder im Lehrplan 21",
  • 32'454 Stimmen gegen Gender: Erfolgreicher Protest zum Lehrplan 21 – aber nur ein Scheinkompromiss sowie
  • "Religion gehört zur Schule: Acht Postulate zum Lehrplan 21".

Das Thema «Gender und Gleichstellung» im Lehrplan 21 bietet nach wie vor viel Diskussionsstoff.

Lehrplan 21 – schlicht ein Desaster!

Jugend und Familie zum Thema Gender im Lehrplan 21

So viel kostet der Lehrplan 21

Artikel in der Berner Zeitung, 08.07.2014

Vernehmlassungs- Antwort der EDU Kanton Bern

Diese Vernehmlassung haben wir im Dezember 2013 bei der Erziehungsdirektion (ERZ) des Kantons Bern eingereicht.

 

Unsere Anliegen sind direkt im Auswertungsbericht der Pädagogischen Hochschule Bern (PH) eingeflochten. Alle weiteren Details dazu hier auf der Webseite der ERZ.

 

Die ERZ hat sodann eine offizielle kantonale Stellungnahme an die Erziehungsdirektoren- Konferenz eingereicht. Diese können Sie ebenfalls unter eben erwähntem Link aufrufen. Direkt auf Eidgenössischer Ebene hat die EDU keine Möglichkeit, Vernehmlassungen einzureichen, da wir nicht im Nationalrat vertreten sind.

Thema Lehrplan 21

Anfangs des Jahres 2011 hat die EDU- Fraktion eine Motion eingereicht, welche von der Regierung laufende Informationen über die Erarbeitung des Lehrplans 21 verlangt.

Motion Stefan Oester

 

Sexualerziehung im Lehrplan 21: Der Kanton Bern soll am heutigen Konzept festhalten

jesus.ch, 07.09.2011

Dies verlangt eine dringliche Motion von Daniel Steiner, EVP, Langenthal. Das Büro des Grossen Rates stimmt leider der Dringlichkeit nicht zu.

Der Wortlaut der Motion, die von Stefan Oester mit unterzeichnet wurde

Der Regierungsrat setzt sich im Rahmen der Ausarbeitung und der kantonalen Umsetzung des Lehrplans 21 für folgende Anliegen ein: 

1. Die Grobziele und Inhalte der Sexualerziehung im Lehrplan 21 orientieren sich am aktuell geltenden Lehrplan für die Volksschule des Kantons Bern 1995 (Lehrplan 95). 

2. Die primäre Verantwortung für die Sexualerziehung liegt bei den Eltern. Wie bisher haben sie auch im Rahmen des Lehrplans 21 das Recht, ihr Kind von der schulischen Sexualerziehung dispensieren zu lassen. 

3. Die Sexualerziehung im Lehrplan 21 hat alters- und stufengerecht zu erfolgen. Die Lehrpersonen beachten dabei die Unterschiede in der körperlichen und seelischen Entwicklung von Mädchen und Knaben.

 

Lehrplan 21 und Sexualunterricht an der Schule

Der Grosse Rat hatte an der Märzsession 2012 zu diesem Thema von der EDU unterstützte Forderungen der SVP und der EVP an die Regierung zu beraten:

  • Keine Lektionen explizit für Sexualunterricht im Lehrplan 21
  • Keine sogenannten professionellen Sexualinstruktoren zulassen
  • Die Kompetenz der Sexualerziehung auf der Vorschul- und Unterstufe den Eltern zu überlassen
  • Die Dispensationsmöglichkeit von der schulischen Sexualerziehung
  • Grobziele und Inhalte der Sexualerziehung aus dem bisherigen Lehrplan ‚95 unverändert zu übernehmen
  • Eine alters- und stufengerechte Sexualerziehung.

Die Regierung beantragte in keinem dieser Punkte Ablehnung, schwächte sie zwar ab zu einer Annahme in Form von Postulaten oder zur Annahme und Abschreibung. Der Rat folgte vollumfänglich den Anträgen der Regierung.

 

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