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Unsere amtierenden Grossräte, 2014 bis 2018

Jakob Schwarz
Jakob Schwarz
Adelboden
Fraktionspräsident
Ernst Tanner
Ernst Tanner
Ranflüh
Johann Ulrich Grädel
Johann Ulrich Grädel
Huttwil
Katharina Baumann
Münsingen
Katharina Baumann
Münsingen
Samuel Kullmann
Hilterfingen
Samuel Kullmann
Hilterfingen
 
Grossrat Links auf eigene Webseiten
Jakob Schwarz, Adelboden, Kaufmann; Fraktionspräsident
Ernst Tanner, Ranflüh, Unternehmer
Johann Ulrich Grädel, Huttwil, Landwirt, Unternehmer Familie Grädel
Katharina Baumann, Münsingen, Lehrerein, Unternehmerin
Samuel Kullmann, Politologe / Unternehmer www.kullmann-services.ch

Erneuter Wechsel in der EDU-Grossratsfraktion

Auf die Märzsession hin erfolgt in der EDU-Grossratsfraktion wiederum ein Wechsel. Daniel Beutler gibt sein Amt ab, Samuel Kullmann wurde von der EDU als neuer Grossrat im fünfköpfigen Gremium nominiert. Fraktionspräsident Jakob Schwarz informiert über die Veränderung. Samuel Kullmann wird in der Aprilausgabe vorgestellt.

In der März-Session des Grossen Rats wird es wiederum einen Wechsel in unserer Fraktion geben. Daniel Beutler aus Thun, welcher seit September 2015 dem Grossen Rat angehörte, hat per Ende Februar 2017 seinen Rücktritt eingereicht. Neben Familie, Arztpraxis und seinem grossen Engagement in der Suchtmedizin konnte Daniel seinem Grossratsmandat nach seinen eigenen Aussagen nicht die gebührende Priorität einräumen. Ich bedanke mich bei Daniel im Namen der EDU-Fraktion ganz herzlich für seinen Einsatz und die gute Zusammenarbeit. Vor allem wünsche ich ihm auch viel Erfolg bei seinem vielversprechenden Drogenentzugsprojekt.

Die gemäss den Grossratswahlen 2014 im Wahlkreis Thun stimmenmässig nachfolgenden Christian Gerber aus Steffisburg und Markus Bieri aus Zwieselberg können das Amt aus zeitlichen Gründen nicht antreten. Christian Gerber ist als Gemeinderat von Steffisburg voll ausgelastet und Markus Bieri wird in Kürze eine zweijährige Zusatzausbildung beginnen. Somit wird Samuel Kullmann aus Hilterfingen, unter Vorbehalt der formellen Bestätigung durch den Regierungsrat, als Grossrat nachrutschen. Samuel bringt als Politologe sehr gute Voraussetzungen mit, um unsere Fraktion zu verstärken. Wir freuen uns auf einen jungen und motivierten Grossrat.

Jakob Schwarz, Fraktionspräsident EDU

Daniel Beutler hält einen kurzen Rückblick auf seine Zeit als Grossrat.

Daniel, auf die Märzsession 2017 hin gibst du dein Amt als EDU-Grossrat ab. Was erachtest du im Rückblick als politisch gelungenen persönlichen Einsatz, was hast du als schwierig empfunden?

 Als politischen Erfolg dürfen wir die Planungserklärung zur Streichung der Genderprinzipien in der neuen Bildungsstrategie werten. Dieser Erfolg zeigte aber auch, dass wir ohne Allianzen chancenlos sind. Als schwierig erwies sich das Erarbeiten einer genügenden Dossierkenntnis in Ressorts, welche mir nicht unbedingt liegen, beispielsweise Geschäfte der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion, welche mir zugeteilt war.

Anlässlich deiner ersten Session vom September 2015 hattest du die positive Atmosphäre und die gute Diskussionskultur über die Parteigrenzen hinaus lobend erwähnt. Ist dieser positive Gesamteindruck geblieben, oder hast du im Ratsbetrieb auch raue Umgangstöne bemerkt?

Der positive Eindruck blieb erhalten, obschon der Links-Rechts-Graben natürlich auch in Bern zum Tragen kommt. Raue Töne sind die Ausnahme, jedoch nicht immer ungerechtfertigt, etwa beim Thema «Reithalle». Auch Äusserungen, welche ethische Fragestellungen aus christlicher Sicht beleuchten, können geharnischte Reaktionen erzeugen.

Wie hast du den Status und den Einfluss der EDU-Fraktion im Grossen Rat wahrgenommen?

Einerseits ist es uns gelungen, durch markige Voten am Rednerpult fast während jeder Session in den Medien zitiert zu werden. Andererseits ist das Image der EDU als «christlich-fundamentalistische» Partei leider zementiert.

Welche Gründe haben dich veranlasst, dein Grossratsmandat abzugeben?


Die Prioritätensetzung. Das Amt ist mit der Tätigkeit als Hausarzt nur schwer vereinbar. Als ich dann mit der Forderung konfrontiert war, mich vermehrt auch örtlich und regional in der EDU zu engagieren, war es naheliegend zurückzutreten und mich vermehrt dem ANR-Drogenentzugsprojekt zu widmen.

Du setzt dich als Arzt intensiv mit Alternativen zur Substitution beispielsweise mittels Methadon auseinander. Worauf hast du dein Augenmerk gelegt?

Wir verfolgen den Ansatz, dass die Opiatabhängigkeit in den meisten Fällen auf eine korrigierbare Fehlfunktion des Gehirns zurückgeht. Das bedeutet einen Richtungswechsel in der Suchtmedizin.

 

Standpunkt Nr. 3 | März 2017

Stefan Oester gibt das Grossratsmandat weiter.
Stefan Oester gibt das Grossratsmandat weiter.
Katharina Baumann wird am 23. Januar 2017 an ihrer ersten Session als Grossrätin teilnehmen.
Katharina Baumann wird am 23. Januar 2017 an ihrer ersten Session als Grossrätin teilnehmen.

Die EDU heisst ihre erste Grossrätin willkommen

Innerhalb der Berner EDU-Grossratsfraktion kommt es zu einem Wechsel. Stefan Oester gibt nach rund sieben Jahren Tätigkeit als Grossrat sein Mandat ab, Katharina Baumann aus Münsingen übernimmt. In zwei Kurzinterviews hält Stefan Oester Rückblick und Katharina Baumann unternimmt einen kurzen Ausblick.

 

Stefan

 

im September 2009 hattest du deine erste Grossratssession besucht. Mit der Session im vergangenen November hast du nun deine Tätigkeit als EDUGrossrat abgeschlossen. Was hat dich dazu bewogen, dein Mandat an Katharina Baumann weiterzugeben?

Nachdem ich im Herbst 2009 die Nachfolge von Andreas Brönnimann angetreten hatte, gehörte anfangs «nur» das Grossratsmandat zu meiner politischen Arbeit. Im November 2012 wurde ich in den Gemeinderat (Exekutive) von Belp gewählt. Nun habe ich während vier Jahren beide Ämter inne gehabt und es ist an der Zeit, dass ich etwas kürzer trete. Katharina wird mich bestens, als erste Frau in der EDU- Fraktion, ersetzen.

 

Du sagst, dass dir in deiner Tätigkeit neben den Sachgeschäften insbesondere die Beziehungsebene im Rat wichtig war. Welche positiven Erfahrungen und Erkenntnisse hast du in deinen Begegnungen gesammelt?

Viele interessante Diskussionen mit politisch komplett anderen Sichtweisen wurden geführt. Ich traf dabei auf wertvolle Persönlichkeiten mit verschiedenen Lebensgeschichten. Trotz politischer Differenzen pflegte ich gute persönliche Kontakte. Dies erforderte auch eine Abgrenzung zwischen Politik und Person. Zudem konnte ein Netzwerk mit vielen bekannten Personen aus der Politik des Kantons aufgebaut werden.


In welchen Situationen und Geschäften konntest du zusammen mit der EDUFraktion die Politik in unserem Kanton wesentlich mitgestalten?

Um ein Geschäft im Grossen Rat durchzubringen braucht es Mehrheiten. Diese werden im Voraus abgesprochen. Es gibt aber auch Abstimmungen zu den verschiedenen Motionen und Gesetzesvorlagen, die knapp sind. In meiner ersten Legislatur wurden wir zeitweise für unsere Stimme umworben. Die EDU-Fraktion mit fünf Stimmen war hier oft das Zünglein an der Waage. Beispielsweise wurde in der Bildungsstrategie 2016 auf Antrag der EDU der Passus gestrichen, welcher «verbindliche Standards zur Verankerung der Genderperspektive» forderte.


Was wünschst du Katharina Baumann für ihren Start als EDU-Grossrätin?

Gehe mit Gelassenheit und gesundem Menschenverstand an die Arbeit. Bald wirst du herausfinden, wie die Leute dort funktionieren. Sei deiner Meinung gewiss. Der Herr bewahre und segne dich.

 

Katharina

 

du übernimmst von Stefan Oester das Grossratsmandat. Am Montag, 23. Januar 2017 wirst du an deiner ersten Session als EDU-Grossrätin teilnehmen. Worauf freust du dich? Wovor hast du Respekt?

Der Respekt überwiegt zurzeit… Ich bin mir der Verantwortung bewusst und werde mir die nötige Zeit nehmen, den Sessionsbetrieb richtig kennen zu lernen und mich einzuarbeiten. Ich freue mich auf neue Begegnungen und die Möglichkeit, unsere Kantonalpolitik mitzugestalten.

 

Du hast bereits auf Gemeindeebene politische Erfahrung gesammelt. Welche dieser Erfahrungen können dir in deinem neuen Amt eine Hilfe sein?

Meine Jahre im Gemeindeparlament von Münsingen habe ich in guter und interessanter Erinnerung. Ich habe dort viel über Politik und Verwaltung gelernt und es gerade in der Aufsichtskommission sehr geschätzt, mit spannenden und verantwortungsbewussten Menschen neue Themen anzugehen. Ich werde auch im Grossrat versuchen, über die Parteigrenzen hinaus gute Beziehungen zu pflegen.

 

Im Kanton Thurgau gehört mit Marlise Bornhauser eine Frau zur EDU-Vertretung in einem Kantonsparlament. Im Kanton Bern bist du die erste Frau in einer EDU-Grossratsfraktion. Welche Reaktionen erhältst du?

Bis jetzt erhielt ich nur positive Reaktionen aus meinem persönlichen Umfeld, bei spontanen Begegnungen oder aus meinem Arbeitsumfeld. Dass ich die erste Frau in der EDU-Fraktion sein werde, war dabei zweitrangig. Aber gerade aus unserer Fraktion weiss ich, dass die zukünftigen Ratskollegen mich gerne willkommen heissen.

 

Was ist dir persönlich wichtig im Blick auf das Engagement von Frauen in der Politik?

Einer Frau fällt das Sich-Exponieren vielleicht nicht immer leicht, jedoch kenne ich in unserem Bekanntenkreis viele christliche Frauen, die ein grosses Engagement leisten und Verantwortung übernehmen. Dass ihre Stimmen politisch gesehen im Hintergrund bleiben, finde ich schade. Es ist aber trotzdem nicht mein Ziel, möglichst viele Frauen in die Politik zu führen. Ich schätze ein gesundes Gemisch.

 

Fragen: Thomas Kuhn, Redaktor | Standpunkt Nr. 1, 2017

 

ZUR PERSON

 

Name: Katharina Baumann

Alter: 46 Jahre

Familie: Verheiratet, drei erwachsene Söhne, zwei tolle Schwiegertöchter

Beruf: Unternehmerin, Lehrerin

Typisch: Hilfsbereit, unternehmungslustig und auch mal bereit «Pferde zu stehlen».

Leitsatz: Auf christliche Werte begründet kann sich Familie, Ausbildung und Arbeitswelt gesund und ausgeglichen entwickeln. Sie geben unserer Gesellschaft Orientierung und Stabilität und bilden eine fundierte Ausgangslage für eine tragende Politik.